Ha! Ihr glaubt gar nicht, wie stolz ich auf mich bin. Ich hatte viel darüber gelesen, wie schwierig Macarons sein sollen und wie genau man arbeiten muss, und hatte deshalb riesigen Respekt davor. Trotzdem habe ich die Herausforderung angenommen, und ich glaube, ich habe sie gemeistert. Bis zum Schluss habe ich aber nicht daran geglaubt, dass es klappt. Wisst ihr, wie lecker die sind? Außen knusprig, innen leicht zäh. Ich hatte sie vorher nie gegessen, aber jetzt weiß ich, was ich verpasst habe. Und dazu sind sie so hübsch und bunt … Okay, vielleicht sind sie nicht perfekt, aber egal …
Ich habe zuerst nach einem Rezept gesucht. Alle, die ich fand, kamen mir irgendwie kompliziert vor, oder die Cremes waren nicht das Richtige, oder die Beschreibung war zu ungenau. Schließlich bin ich auf den Blog waskochen.ch gestoßen. Genau das hatte ich gesucht! Dazu mit einer genauen Beschreibung in Bildern. Es gibt dort auch kleine Videos, die zeigen, wie man diese Winzlinge zubereitet. Zwar verstehe ich kein Wort Französisch, aber ich habe sie mir angeschaut und mir einiges gemerkt. Wenn ihr euch an Macarons wagt, kann ich die Seite ebenfalls empfehlen.
Ich habe mich spätabends daran gemacht, als die Kinder schon schliefen. Ich wollte nicht, dass mich jemand oder etwas ablenkt. Alles war schon vorbereitet, aber die Creme … nein, die passte mir nicht. Ich habe dann ein anderes Macarons-Rezept mit einer Auswahl verschiedenster Cremes gefunden. Meine Wahl fiel auf Zitrone. Ich liebe Zitronengebäck. Ich habe mir die Rezepte noch einmal angesehen, alles genau vorbereitet und mich an die Arbeit gemacht.
Das erste Problem waren für mich die Mandeln. In vielen Anleitungen, auch auf der Seite oben, soll man sie selbst mahlen. Als ich meine gemahlen hatte, holte ich aus der Kaffeemühle aber nur einen festgebackenen Mandelklumpen heraus. Wie sollte ich den jetzt sieben? Unmöglich. Also entschied ich mich für das Risiko und griff zu gemahlenen Mandeln mit Schale. Zum Glück waren sie sehr fein gemahlen, und ich konnte sie sieben. Ich bereitete die Baisermasse zu, wie es im Rezept steht, und machte mich ans Aufspritzen. Die Masse war ziemlich dick und verlief nicht, sodass sich die Macarons recht schön formen ließen. Ich vermute, das lag an der Schale in den Mandeln. In diesem Moment war ich mir des Ergebnisses noch unsicherer. Ich schob die Bleche in den Ofen, setzte mich davor und schaute zu. Ich bin keinen Moment weggegangen, denn ich wartete auf die berühmten „Füßchen“. Wie habe ich mich gefreut, als die Füßchen zu erscheinen begannen! Es hat geklappt! Der Rest war dann ein Kinderspiel. Na ja, fast. Man muss daran denken, die Macarons gut auskühlen zu lassen, bevor man sie vom Blech nimmt. Die Creme war fast von selbst fertig, und ich konnte in Ruhe die leckeren Scheibchen füllen. Ich weiß gar nicht, wie viel mein Mann beim Füllen mit Creme genascht hat. Ich musste natürlich auch sofort probieren. Sie schmecken sowohl frisch als auch am nächsten Tag köstlich.
Nach so einer langen Einleitung ist es Zeit für das Rezept. (Das englische Originalrezept findet ihr HIER. Das Macarons-Rezept übernehme ich von Letizia. Das Rezept für die Zitronencreme stammt von der Seite essen und trinken.
Merken sollte man sich, was (angeblich) sehr wichtig ist: Das Eiweiß sollte schon etwa einen Tag vorher bereitgestellt werden. Letizia schreibt aber, dass sie die Macarons auch schon mit kaltem Eiweiß gemacht hat und sie auch so gelungen sind. Ich wollte lieber kein Risiko eingehen.
Und noch etwas: Ihr braucht 3 Backbleche. Ich habe den Ofen meiner Nachbarn benutzt. Die Masse darf nicht warten. Wenn ihr keine 3 Bleche habt, teilt die Zutaten in entsprechend viele Portionen und bereitet sie getrennt zu.
Für die Anleitung in Bildern schaut bei waskochen.ch vorbei, denn genauer kann man es wohl nicht zeigen.
Zubereitung:
Ich schreibe es in Punkten, weil man so jeden Schritt wohl leichter versteht:
Die gemahlenen Mandeln im Mixer oder in der Kaffeemühle so fein wie möglich mahlen und sieben (bei mir haben sie sich in der Kaffeemühle leider zusammengeklumpt).
Den Puderzucker sieben, die ganze Packung Lebensmittelfarbe dazugeben und mit dem Mandelmehl vermischen.
Zum Eiweiß das Salz geben und aufschlagen, aber nicht ganz steif. Nach und nach den weißen Zucker zugeben und weiterschlagen. Der Zucker sollte sich ganz auflösen, und die Masse sollte so dick sein, dass beim Durchschneiden mit einem Messer eine Spur bleibt.
Das Eiweiß ganz langsam, Löffel für Löffel, unter das Mandelmehl rühren. Das geht nur vorsichtig. Die Masse sollte glänzen und die Konsistenz von dickflüssiger Lava haben. Sie sollte langsam vom Spatel fließen.
3 Bleche vorbereiten. Letizia empfiehlt, die Bleche umzudrehen, weil sich die Macarons dann leichter abziehen lassen. Bei mir war das (das Umdrehen) nicht möglich. Auf jedes Blech einige Kleckse Masse geben und Backpapier darauflegen (es klebt an der Masse fest und hebt sich im Ofen nicht). Man kann das Papier auch mit Messern beschweren. Wenn ihr auf einer Silikonmatte backen wollt, achtet darauf, dass sie sich beim Backen nicht wellt (meine wellt sich).
Die Masse in einen Spritzbeutel mit gewöhnlicher Tülle mit runder Öffnung füllen und etwa 3 cm große Kleckse aufspritzen. Nicht auf Falten im Papier spritzen, sonst werden die Macarons schief.
Die Bleche 45 Minuten stehen lassen, damit die Macarons etwas antrocknen (Zugluft vermeiden).
Den Backofen auf 140 Grad mit Umluft vorheizen.
Alle 3 Bleche auf einmal hineinschieben und genau 15 Minuten backen.
Die Bleche herausnehmen und …
a. Letizias Methode: Die Macarons samt Papier von den Blechen ziehen, die Bleche leicht befeuchten und die Macarons auf dem Papier wieder auf die Bleche legen. Die Macarons ziehen etwas Feuchtigkeit an und lassen sich leicht vom Blech lösen.
b. Meine Methode: Die Macarons auf dem Blech lassen und unter das Papier von jeder Seite etwas Wasser gießen (am besten sprühen).
Wenn die Macarons abgekühlt sind, vorsichtig vom Papier lösen und in eine verschließbare Dose legen.
48 Stunden im Kühlschrank oder an einem kühlen Ort stehen lassen (so werden die Macarons außen mürbe und innen weich). Ich habe nicht gewartet und sie gleich gefüllt, nachdem die Creme fertig war, kann aber keinen Vergleich ziehen und weiß nicht, wie groß der Unterschied im Geschmack ist.
Die Creme zubereiten:
Die Zitronenschale fein abreiben und den Saft auspressen. Butter, Puderzucker und Zitronenschale cremig rühren, dann 4-5 Esslöffel Zitronensaft zugeben und verrühren.
Die Creme in einen Spritzbeutel mit kleiner Tülle füllen. Auf die flache Seite der Hälfte der Macarons ziemlich großzügig Creme spritzen. Auf das Macaron mit Creme ein zweites Macaron mit der flachen Seite legen und leicht andrücken. Sofort servieren oder an einem kühlen Ort aufbewahren.
Guten Appetit!
Zusätzliche Informationen:
Gefüllte Macarons halten sich bis zu 2 Tage. Man kann sie aber einfrieren, indem man sie schichtweise zwischen Bögen Pergamentpapier legt. Ungefüllte Macarons kann man an einem kühlen Ort, in einer Metalldose und in Pergamentpapier eingewickelt, bis zu 2 Wochen aufbewahren.
Wer Deutsch kann, dem empfehle ich die Anleitung auf waskochen.ch. Dort kann man auch ein PDF mit einer hübschen Schachtel für 3 Macarons zum Ausdrucken herunterladen.

KOCHBUCH
Barbara

