Saison im Oktober: Kürbis, Äpfel und Pflaumen. Was koche ich jetzt?
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Obst/Gemüse · Rezept Nr. 72

Hier ist er – Herr Lauch

Lauch ist kalorienarm, steckt voller Vitamine und tut dem Körper gut. Warum man das Grün nicht wegwerfen sollte und wie ich Porree am liebsten zubereite.

Lauch war schon im alten Rom, in Griechenland und in Ägypten bekannt. Kaiser Nero soll sich angeblich einmal pro Woche einen „Lauchtag“ gegönnt haben. Schon damals wusste man, dass Lauch heilende Eigenschaften hat.

Lauch hat ein würziges, zwiebelartiges Aroma. Dank Gewächshausanbau und Import gibt es ihn im Grunde das ganze Jahr über, aber gerade jetzt braucht unser Körper die Vitamine am meisten, und jetzt ist Lauch auch am günstigsten.

Lauch ist ein Diätgemüse und hat nur 24 kcal. Er ist reich an Phosphor, Kalzium und Eisen und enthält außerdem viele Vitamine, darunter B-Vitamine, Folsäure, PP, K sowie A und C, die vor allem im grünen Teil stecken. Viele von uns machen also einen großen Fehler, wenn sie die grünen Lauchblätter wegwerfen, denn gerade sie sind am wertvollsten.

Die ätherischen Öle im Lauch wirken wie ein Antibiotikum und helfen bei Erkältungen. Außerdem unterstützt er die Entgiftung des Körpers und wird deshalb auch bei Lebensmittelvergiftungen oder zum Beispiel bei Pilzvergiftungen eingesetzt. Darüber hinaus wirkt Lauch antiseptisch. Bei einer Schnittwunde oder rissiger Haut soll man ein Blatt vom weißen Teil auf die Wunde legen und mit einem Verband umwickeln. Weitere Eigenschaften: Er fördert die Durchblutung und regt bei stillenden Müttern die Milchbildung an. Er stärkt die Abwehrkräfte und wird auch bei Beschwerden der Harnwege und bei Harnsteinen angewendet. Zudem unterstützt er hervorragend den Kampf gegen Pilze und Bakterien im Magen, wirkt dadurch reinigend und hilft bei Blähungen und Verstopfung. Er hilft auch gegen Cholesterin, indem er den Spiegel im Körper senkt. Älteren Menschen wird er ebenfalls empfohlen, da er gegen Venenveränderungen hilft und Krampfadern vorbeugen kann.

Man kann ihn pur essen, als „Grünes“ zu Fleisch- oder Fischgerichten, zum Beispiel zusammen mit Sellerie, Apfel oder Möhren, oder als Zutat und Gewürz, etwa in Suppen. Ich bereite Lauch am häufigsten in Salaten zu (HIER), als Cremesuppe oder in der Fischsuppe, als Lauchpuffer oder als Rohkostsalat aus jungem Lauch mit Sellerie und Apfel. Ich liebe auch in Butter geschmorten Fisch mit Lauch. Probiert das unbedingt einmal aus, es lohnt sich. Und natürlich darf Lauch auch im Suppengrün für Suppen und für die Hühnerbrühe nicht fehlen.

Nach dem Garen schmeckt Lauch süßlich und mild. Deshalb werden Suppen, Puffer oder auch eine Tarte mit Lauch sogar von Kindern gern gegessen, auch von den ganz kleinen (man kann ihn angeblich schon ab dem 7. Lebensmonat geben). Hervorragend passt er zu Muskat, Lorbeerblatt, Thymian, Petersilie, Curry und Paprikapulver.

Uff, das war viel. Ich war selbst überrascht, wie wenig ich über seine Eigenschaften wusste, aber ich freue mich auch, dass Lauch ein Gemüse ist, das ich mag und oft verwende. Ich hoffe, ich konnte auch euch ein bisschen für ihn begeistern. Damit es leichter fällt und mehr Spaß macht, Lauch öfter zu essen, habe ich beschlossen, eine kulinarische Lauch-Aktion zu starten: „Pora na pora“ (ein Wortspiel, etwa „Zeit für den Lauch“). Details folgen bald. Ich hoffe, dass sich wenigstens ein paar Blogger finden, die mitmachen möchten, und dass wir zusammen ein kleines Archiv an Rezepten mit diesem wunderbaren Gemüse sammeln.

Für diesen Text habe ich den Gesundheitsratgeber (Poradnik zdrowia), Botanikus und das wunderbare Buch „Das neue Kochbuch durchs Jahr“ der Stiftung Warentest verwendet.